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Museumsguide
WECHSELWIRKUNG - INTERPLAY
This is no place you ever know me, Triptychon, 2025 - Papier, Porzellan, Keramik, Tusche
Die drei im Haus installierten Arbeiten funktionieren zugleich als Triptychon. Sie sind während und nach der Paper Residency ! im KunstOrt Lehnin entstanden.
Im ersten Teil brechen runde Porzellanformen aus dem Papier hervor. Das kugelförmige Geflecht wirkt massiv, ist jedoch textil und beweglich. In meiner künstlerischen Praxis nutze ich Textilität als kulturellen Code: Sie verweist auf das Häusliche, das Weibliche, auf Sorgearbeit und Unsichtbarkeit – und bildet zugleich ein leises Moment des Widerstands gegen Zuschreibung und Hierarchie.
Im zweiten Teil treten die Motive der Residency deutlicher hervor. Die Zeichnungen in Tusche und Graphit verweisen auf Spuren weiblicher Körper; vor allem auf die Abwesenheit der Hände und Arme der „Großen Stehenden“. Arme stehen hier sinnbildlich für Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Schutz; Fingerabdrücke wiederum markieren Identität.
Der dritte Teil besteht aus einer Gruppe von Zeichnungen auf „keramifiziertem“ Papier. Die Skizzen und Schattierungen formen kein eindeutiges Bild, sondern erzeugen gemeinsam mit den Zwischenräumen eine vage Anmutung. Sie geben Hinweise auf einen Körper – einen Körper, der zwar anwesend ist, jedoch ohne Kontext und ohne klare Identität.
Justina Monceviciute (Litauen) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte zunächst Zeichnen in Vilnius und anschließend an der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Studiengang Textile & Surface Design, mit Fokus auf experimentelle Materialien. Seit 2019 zeigt sie ihre Arbeiten international, u. a. in den Berlinischen Galerien, am COLLECT Somerset House London und im Vilnius University Museum. Monceviciute lehrt u. a. an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und ist Stipendiatin der Paper Art Residency 2025 im Haus des Papiers.
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